Jugendjury

Hier stellen wir euch die Jugendjury des Ideenfonds vor. Die Mitglieder entscheiden immer in der letzten Woche des Monats über eure Bewerbungen:

Lea (20) aus Dessau

hat früher an der Schule immer Vorbilder vermisst. Alle Lehrer*innen waren weiße Deutsche und sie suchte vergeblich nach Bezugspersonen, mit denen sie sich identifizieren kann. Für die Zukunft hat sie sich das Ziel gesetzt, so eine Person für Kinder und junge Menschen später zu sein. Deshalb studiert sie nun – nach ihrem FSJ am Bauhaus in Dessau – Kunst und Englisch auf Lehramt an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule und MLU in Halle. Nach ihrem Studium möchte sie gern zurück in ihre Heimatstadt gehen, um dort etwas zu bewirken und Dessau insbesondere für PoCs attraktiver zu machen. Lea ist es wichtig, Rassismus in der Öffentlichkeit anzusprechen und andere Menschen dafür stärker zu sensibilisieren. Gesellschaftliche Probleme versucht sie kreativ anzugehen und zu lösen!

Themen: Kunst, Kultur, Feminismus, Alltagsrassismus, Literatur, Demokratie und Demokratieverständnis

Chipi (29) aus Leipzig

hat aufgrund seiner Herkunft erfahren, dass Respekt und Zugehörigkeit in unserer Gesellschaft nicht jedem automatisch gegeben sind. Chipi treibt daher die Frage um: Wie können Menschen mit und ohne Diskriminierungserfahrungen fair, gleichberechtigt und respektvoll miteinander leben? Der Weg dorthin führt für ihn über empathischen, wertschätzenden Dialog und vor allem: neue Sichtweisen zulassen und eigene Perspektiven hinterfragen. Der Afropole – wie er sich selbst bezeichnet – wuchs in einer Kleinstadt in Brandenburg auf, wo er als Jugendlicher unbedingt weg wollte. Nach vielen Ortswechseln ist der umtriebige HipHop- und Burlesque-Tänzer nun wieder zurück nach Ostdeutschland gekehrt, um hier neue Impulse zu setzen. Mit der Initiative „Leipzig spricht“ bringt der Politikstudent Menschen unterschiedlicher Meinungen miteinander ins Gespräch und möchte so bewirken, dass die Gesellschaft wieder näher zusammenrückt. In der Jugendjury engagiert er sich, um insbesondere junge Menschen zu bestärken, ihr Potential zu nutzen und sich zu verwirklichen!

Themen: gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt, Rassismus und intersektionale Diskriminierung, Demokratie, Zusammenhalt in der Gesellschaft, queere Perspektiven

Petrumila (27) aus Jena

ergreift als langjährige Kampfkünstlerin gern selbst die Initiative. Seit 7 Jahren lebt sie in Deutschland und hat erst kürzlich ihren Master in Biogeowissenschaften erfolgreich absolviert. Mit dem von ihr mit gegründeten Verein „L. bulgaricus Jena e.V.“ engagiert sie sich für Vielfalt und Kulturaustausch und lädt regelmäßig bulgarische Künstler*innen und Musiker*innen nach Jena ein. Petrumila ist von Erfahrungen in unterschiedlichen Ländern und Kulturen geprägt, sie findet es wertvoll, eine mehrschichtige Kultur zu leben. Wichtige Voraussetzungen für einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt sind für sie Empathie, miteinander Kommunizieren und in Austausch kommen.
Mit ihrem Engagement in der JUGENDSTIL*-Jugendjury möchte sie andere junge Menschen in Ostdeutschland ermutigen, ihr Umfeld mitzugestalten und dabei ihre eigene oder familiäre Migrationserfahrung als wertvollen Beitrag zu betrachten.

Themen: Demokratie, Wirtschaft, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Tierschutz

Nancy (15) aus Halle

wird oft darauf hingewiesen, dass sie zurück nach Syrien gehen soll. Dabei ist sie in Halle geboren und lebt sehr gern in Deutschland. Auf ihre kurdischen Wurzeln ist sie stolz und empfindet es als Bereicherung, verschiedene Kulturen und Sprachen in der Familie zu vereinen. Nancy hat schon oft Alltagsrassismus erlebt – vor allem in der Schule. Von rassistischen Denkweisen und Äußerungen lässt sie sich aber nicht mehr einschüchtern, sie will jetzt die Schule und später ihr Abitur durchziehen. Denn: ihr großes Ziel ist es, Medizin zu studieren und Ärztin zu werden.
Nancy möchte gern ihre eigenen Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen, sich austauschen und gemeinsam gegen Alltagsrassismus und für Frauenrechte kämpfen. Deshalb engagiert sie sich jetzt in der Jugendjury, um junge Menschen zu motivieren, bei JUGENDSTIL* Gleichgesinnte zu finden und so ein starkes Netzwerk gegen Diskriminierung und Rassismus in Ostdeutschland zu bilden.

Themen: Rassismus/Alltagsrassismus, Sexismus, Feminismus, Gleichberechtigung

Assem (20) aus Weimar

setzt sich für die Stärkung von Frauenrechten ein. Ihm ist es wichtig, Frauen und Mädchen zu empowern, sie zu aktiver gesellschaftlicher Beteiligung zu ermuntern. Im Moment hilft der sportbegeisterte Abiturient geflüchteten Familien in Weimar und plant gemeinsam mit jungen Gleichgesinnten verschiedene Aktivitäten für deren Kinder. In der Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt sieht er einen besonderen Wert: Die Muttersprache und Mehrsprachigkeit sollten überall an Schulen gepflegt und gefördert werden. Assems Sensibilität für Sprachvielfalt liegt in der Familie, denn die Eltern waren Sprachlehrer*innen in Syrien und seine Mutter unterrichtet schon wieder – DaZ an einer Weimarer Grundschule.
Sein Engagement in der Jugendjury von JUGENDSTIL* ist für Assem eine neue Erfahrung im Leben, damit möchte er gern andere junge Menschen mit internationaler Geschichte unterstützen.

Themen: Feminismus, Gleichberechtigung, Diversität in der Gesellschaft